Nachbarschaft

Wir setzen uns gegen Anonymisierung ein und bringen Nachbarn an einen gemeinsamen Tisch.

Die gemeinsam genutzte Waschküche ist für viele ein Schreckensszenario: Man muss sich mit
wenigen, fixen Waschterminen begnügen, Maschine und Filter sind häufig verschmutzt, und Wäsche
blockiert den Trockenraum. In Neubauten ist der individuelle Wäscheturm deshalb mittlerweile
Standard. Doch dieser Luxus hat seinen Preis, denn die dafür nötige Fläche geht in der Wohnung
verloren und die Miete steigt. Zudem sind wohnungseigene Waschmaschinen und Tumbler nur selten
in Betrieb. Stünden in der Waschküche genug Apparate und hielten sich die Mieter an die
Hausordnung, böte das Gemeinschaftsmodell daher klare Vorteile.
Noch viel weiter als bloss die gute alte Waschküche wieder aufleben zu lassen, geht das Zürcher
Projekt «NeNa1». Es will nichts weniger als eine «multifunktionale Nachbarschaft» entwickeln. Bereits
230 Interessierte sind Mitglied dieser futuristischen Baugenossenschaft geworden, die mit der Idee für
Aufsehen sorgte, die Zürcher Kaserne oder den Carparkplatz beim Hauptbahnhof in einen Leuchtturm
für neu verstandene Nachbarschaftlichkeit umzuwandeln.
Pieter Poldervaart

 

Lesenswert: Hallo Herr Nachbar. Doppelpunkt Nr. 50 / 2015

 

 

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