5im5i kopiert Migros-Kampagne

Die Migros ist bekannt dafür, Ideen und Produkte zu kopieren. 5im5i dreht nun den Spiess um und kopiert die Migros-«Besitzer_in»-Kampagne: Das Bewohner-Forum sammelt damit Stimmen gegen einen Thai-Take-Away, den der Grossverteiler an der Langstrasse plant.

Das Restaurant Chickeria an der Langstrasse gehört Migros
Das Restaurant Chickeria an der Langstrasse gehört Migros

Gewichtige Markt-Player wie Salt und Swisscom, Coop und Migros wittern das grosse Geschäft und positionieren sich an der Langstrasse – und verdrängen damit inhabergeführte Quartierläden. «Die Ankündigung, dass die Migros Zürich an der Josefstrasse Ecke Langstrasse einen ‹KAIMUG› eröffnen will, hat für uns das Fass zum überlaufen gebracht», sagt Elena Marti, Mitglied des Forum 5im5i. «Mit der Petition wollen wir vor allem auf die Ballermannisierung aufmerksam machen, die im Langstrassen-Quartier um sich greift», ergänzt Fred Frohofer.

Warum bringt genau die «geliebte» Migros das Fass zum überlaufen? Der Grossverteiler kopiert Konzepte aus dem In- und Ausland und setzt sie mit brachialer Marktgewalt innerhalb der eigenen Ägide um. Dabei vergisst die Nummer Eins im Detailhandel komplett das der Rendite höher gestellte Allgemeininteresse, auf das sie sich im Sinne des Duttweiler-Erbes noch heute beruft.

Mit ihrer bestehenden Präsenz im Kreis 5 – und neu mit der geplanten «KAIMUG-Filiale» an der Ecke Josefstrasse/Langstrasse – zwingt die Migros lokales Gewerbe zum Abzug. Den Konsument_innen werden seit längerem strategisch bedingt «eigenständige Marken» vorgegauckelt: Doch unzählige Geschäfte, Produkte und Labels gehören der Migros – im weltweiten Vergleich einem gigantisch grossem Unternehmen – was für Konsument_innen nicht erkennbar ist und den «Markt» ungemein verzerrt.

Mitglieder des Forums 5im5i liessen sich aus diesem Grund vor Geschäften ablichten, die zur Migros-Gruppe gehören: Molino, Chickeria und Denner. Denn auch bei KAIMUG deutet nichts auf die wirklichen Besitzverhältnisse hin. Die Plakate, die aus den Bildern resultieren, sind denjenigen der Migros-Besitzer-Kampagne täuschend ähnlich. Und das mit Grund: Die Migros gehört keineswegs «den Leuten», denn weder Kunden noch Genossenschafterinnen können mitbestimmen; die Migros-Kampagne operiert bewusst mit falschen Fakten.

Die Botschaft der Plakate des Formus 5im5i richtet sich dagegen richtigerweise «gegen den Ausverkauf der Langstrasse». So lautet auch der Titel der Petition, welche verhindern will, dass anstelle des erweiteten Schuhladens «Peter und Vreni» und der Buchhandlung «Fermento» ein weiterer Take-Away entstehen soll.

Die Plakate sind an folgenden Orten zu sehen:

Social Food,

Langstrasse 195 Chornladen,

Fierzgasse 16 Peter & Vreni,

Langstrasse 225 Haar-M, Kornhausstrasse 12

Unterschriften-Bögen sind auf ww.5im5i.ch unter «Ein M zuviel» zu finden. Direkt zur Online-Petition führt der Link www.bit.ly/josefstrasse.

5 Plakate im Kreis 5+

Durch Wischen alle Plakate ansehen

Go back